Alternative zu Photo Stream & Co

Loom Desk

Apple bietet mit Photo Stream eine Lösung um Fotos zwischen iPhone, iPad und Mac zu synchronisieren. Allerdings eben eingeschränkt auf iOS Geräte und diese Lösung ist nicht als Backup gedacht. Denn Apple lässt hier nur die letzten 1000 Fotos der letzten 30 Tage zu. Das ist aber oft nicht genug. Zugegeben 1000 Fotos hören sich viel an, allerdings möchte ich von unterwegs auch gern auf ältere Fotos von vor 2-3 Jahren zugreifen ohne diese zu synchronisieren und in mein 5GB iCloud Volumen fließen zu lassen.

Ich war also auf der Suche nach einer Art iTunes Match Alternative, einfach alle Fotos hochladen und damit meine ich alle und ich habe Zugriff von allen Geräten und die aktuellen kann ich auch noch offline mitnehmen.

Dieser Artikel hier wäre auch gar nicht entstanden, denn ich hatte im September genau für dieses Anliegen einen Anbieter gefunden, Everpix. Dort wurde genau das angeboten was ich oben erwähnt habe und das zu einem fairen Preis. Leider hat aber Everpix vor kurzem bekannt gegeben das sie den Service zum 15. Dezember schließen. Warum sie den Service schließen hat The Verge in einem sehr ausführlichem Artikel geschrieben, den ich als sehr lesenswert erachte.
Somit ging also kurz nach dem das bekannt wurde, die Suche erneut los. Everpix hat die Latte schon sehr hoch gelegt, daher ist das gar nicht so einfach mit einer Alternative. Auch auf ADN wird dieses Thema immer wieder diskutiert.

Warum benötigt man für Photo Stream eine Alternative?

Für alle die Photo Stream von Apple nicht kennen, hier in aller Kürze. Photo Stream synchronisiert die letzten 1000 Fotos die mit einem iPhone/iPad aufgenommen wurden in die iCloud. Die Probleme die Photo Stream versucht damit zu lösen sind:

  • Fotos die mit dem iPhone aufgenommen wurden auf einem iPad anschauen und umgedreht.
  • Die « Freigegebenen Streams » ermöglichen es Bilder mit Verwandten und Freunden zu teilen. Man wählt einfach manuell Bilder aus und packt sie in so einen Stream, jeder der dem freigegebenen Stream « folgt » sieht automatisch diese Fotos.
  • Der Service ist auf allen iOS Geräte verfügbar und somit natürlich einfach zu nutzen, man muss nicht extra etwas installieren.

Trotzdem gibt es ein paar Tücken die man beachten sollte. Die letzten 1000 Fotos werden lediglich 30 Tage vorgehalten, das bedeutet wenn man mit iPhoto oder Aperture den Photo Stream nicht synchronisiert hat um die Fotos auf den lokalen Rechner herunterzuladen sind die Fotos weg. Man sieht also das Apple Photo Stream nicht als Backup ansieht und man dafür lokal und selbst tätig werden muss. Noch komplizierter wird es wenn man eine andere Kamera benutzt. die Fotos müssen dann manuell via iPhoto oder Aperture in den Photo Stream gepackt werden, was sehr aufwendig und auch nicht komfortabel ist.

Die Alternativen

Ich habe mir in den vergangenen Wochen 3 Alternativen angesehen.

Letztendlich fiel die Entscheidung auf Loom. In den folgenden Zeilen möchte ich erklären weshalb und versuche somit auch den Usern zu helfen die sich wie ich auch nicht entscheiden können.

Flickr

Yahoo bietet mit Flickr einen kostenlosen Dienst an bei dem man 1 TB (Terrabyte!) an Fotos speichern kann. Flickr gibt es schon sehr lange und wurde vor wenigen Monaten komplett überarbeitet. Erst seit der letzten Überarbeitung gibt es auch diese immense Menge an Speicherplatz.
Flickr bietet eine iOS App an die den automatischen Upload im Hintergrund von Fotos erlaubt. Allerdings gibt es am Desktop keine vernünftige Art viele Fotos hochzuladen und auch das Web-Interface ist trotz Überarbeitung immer noch nicht wirklich gut. Alles wirkt ziemlich chaotisch und viele Optionen sind versteckt bzw. schwer zu finden. Um ein Foto-Set mit anderen zu teilen wird z.B. ein sogenannter « Guest-Pass » benötigt damit User ohne Yahoo-Account das Album ansehen können. Eine iPad App wird auch nicht angeboten, es gibt zwar Alternativen von anderen Entwicklern aber hier verschenkt Yahoo sicherlich einiges an Potenzial.

Flickr im AppStore

Loom

Ich hatte ja eben schon erwähnt das Loom bei mir die Wahl gewonnen hat, daher natürlich hier auch etwas ausführlicher warum das so ist.

  • Es existiert eine iPhone, iPad und Mac App um Fotos im Hintergrund automatisch hochzuladen. Die Mac App erlaubt es darüber hinaus noch spezielle Ordner auf neue Fotos zu beobachten und eignet sich somit hervorragend um Fotos einer Spiegelreflex-Kamera oder ähnlichem automatisch an Loom zu schicken.
  • Die Webseite ist sehr übersichtlich gestaltet, man findet sich sofort zurecht.
  • Sehr schöne iOS Apps um seine Fotos zu betrachten und anderen zu zeigen.
  • Es gibt einen kostenlosen Account, der allerdings nicht wie Flickr mit 1TB ausgestattet ist, sondern mit 5GB. Das sollte für 1500-2500 Fotos ausreichen, wenn man von ca 2MB pro Foto ausgeht. Die Fotos meiner DSLR haben deutlich mehr MB (ca. 5-7MB) und setzen somit natürlich die Anzahl nach unten.
  • Darüber hinaus bietet Loom gegen Bezahlung mehr Speicherplatz.

Was für ambitionierte Fotografen sicherlich erwähnenswert ist, Loom wie auch Picturelife unterstützen Fotos im RAW-Format. Der Download in selbigem klappt ebenfalls wieder wunderbar.

Loom im AppStore Für Android hat Loom bereits eine Ankündigung gebracht, allerdings mit keiner Zeitangabe. Wer also Android nutzt, sollte vielleicht eher bei Picturelife schauen, denn dort gibt es bereits Unterstützung dafür.

Picturelife

Ich muss ehrlich sagen das das Rennen zwischen Loom und Picturelife bei mir letztendlich über den Preis entschieden wurde. Picturelife bietet ein fast identisches Erlebnis was Fotos betrifft, richtet sich darüber hinaus aber an Leute die noch mehr Fotos speichern wollen. Da die günstigste Variante bei PictureLife ca. $70 pro Jahr kostet und ich sonst keinen Mehrwert (für mich) gegenüber Loom gefunden habe, fiel die Wahl eben auf letzteren. Wer allerdings viele Fotos hat und diese dort speichern will kommt vielleicht mit Picturelife besser zurecht.

Ein Vorteil für Android Nutzer ist sicherlich, dass es Picturelife bereits für Android gibt. Die Optionen und Möglichkeiten von Picturelife sind aber ansonsten identisch zu Loom.

Picturelife im AppStore Picturelife bei Google Play

Backup

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, trotzdem möchte ich das hier im Artikel ansprechen. Ich persönlich sehe keinen der Dienste als Sicherungsoption. Es ist gut zu wissen das ich meine Fotos noch einmal redundant bei einem Service habe, wenn mit meinen Platten zu Hause etwas passiert, trotzdem würde ich mich niemals allein darauf verlassen meine Fotos nur bei einem Service wie Loom, Picturelife oder Flickr zu sichern.
Das Beispiel mit Everpix hat gezeigt das nichts ewig hält und ein anderer Anbieter bekommt vielleicht sofort den Strom oder Netzzugang abgedreht wenn er Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Dann kommt man auch nicht mehr an seine Fotos.
Allerdings bieten alle drei Dienste hier die Möglichkeit die Fotos auch wieder herunterzualden, welches sicherlich schön ist, und im Bedarfsfall wohl auch von mir genutzt werden würde, aber darauf verlassen möchte ich mich nicht. Wie oben schon erwähnt unterstützen Loom und auch Picturelife auch Fotos im RAW-Format. Man ist also nicht gezwungen die Fotos seiner Spiegelreflex-Kamera erst in JPG zu entwickeln.

Fazit

Für mich ist die Wahl auf Loom gefallen, dass kann bei anderen Anforderungen aber vielleicht auch anders aussehen. Die beste Option wäre, wenn Everpix weiterhin existiert, denn die täglichen Flashback Mails vermisse ich jetzt schon. Aber auch da werde ich noch eine Lösung finden.

Es gibt zu Loom und den Alternativen noch so viel zu berichten, ich möchte den Beitrag hier aber auch nicht unnötig in die Länge ziehen, daher werde ich dazu noch einmal einen extra Beitrag mit den Möglichkeiten im Detail verfassen. Stay tuned!